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INFORMATIONEN
H I N T E R G R U N D - I N F O R M A T I O N E N:

Stand der Dinge

Verbot von Wildtieren in Zirkussen

Zirkus - Der falsche Zauber

Wie leben Tiere im Zirkus?

Transport, Klima, Ernährung - die schleichende Folter

Dressur - die Abrichtung zum Automaten

Psychische Leiden - das übersehene Innenleben

"Der Panther" von Rainer Maria Rilke

Zirkusland Deutschland

Zur politischen Entwicklung

Datenbank Zirkus - Ihre Mithilfe ist gefragt!

DEUTSCHLAND – In keinem anderen Land gibt es so viele Zirkusse

Finanzielle Situation und Tierhaltung | Transport und Dressur | Psychische und physische Erkrankungen

Arbeitsplätze | Auffangstationen

Fazit

Stand der Dinge

In Deutschland existieren über 300 fahrende Zirkusunternehmen, von denen die meisten Wild- und Haustiere mit sich führen. Den Tieren ist es nicht möglich, ihre angeborenen, arttypischen Verhaltensweisen auch nur annährend auszuleben. Zudem leiden sie enorm unter ständigem Ortswechsel, häufigen Transporten, wechselnden bzw. ungeeigneten klimatischen Verhältnissen und extremem Raum- und Bewegungsmangel. Schwere Verhaltensstörungen treten häufig auf. Da viele Zirkusunternehmen unter chronischem Geldmangel leiden, kann zudem ein Mindestmaß an tierärztlicher Versorgung oft nicht gewährleistet werden.

Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls die große Gefahr, die von Wildtieren ausgeht: Nicht selten wurden Zuschauer und Passanten durch nicht mehr kontrollierbare Wildtiere lebensgefährlich verletzt oder sind gar ums Leben gekommen.
In Deutschland gibt es keine Verordnung, die die Haltung und Unterbringung von Tieren in Zirkussen regelt. Es gibt lediglich Leitlinien, die völlig unzureichend und zudem nicht rechtsverbindlich sind. Nur sehr wenige Zirkusbetriebe bemühen sich um die Einhaltung dieser in den Leitlinien definierten Minimal-Vorgaben.

Obwohl der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist, ist es Amtstierärzten und Staatsanwälten oft nicht möglich, Tierquälereien zu verhindern. Um helfend eingreifen zu können, müssen die Tiere von Amts wegen beschlagnahmt oder eingezogen werden. Dies scheitert in vielen Fällen daran, dass der Zirkus den Amtsbezirk umgehend verlässt, nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten, wie z. B. Auffangstationen, für die Tiere vorhanden sind oder die Veterinärbehörden chronisch unterbesetzt sind, so dass tierärztliche Kontrollen oftmals auch unzureichend sind. Darüber hinaus erweisen sich Veterinärbehörden oft als wenig kooperativ gegenüber Tierschutzorganisationen.
Werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zur Anzeige gebracht, werden diese häufig nicht geahndet und bleiben ohne Folgen für die Angezeigten. Die so dringend benötigte Hilfe für die betroffenen Tiere kann dann nicht geleistet werden.
Nur ein Verbot der Tierhaltung in Zirkussen kann hier Abhilfe schaffen.
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Verbot von Wildtieren in Zirkussen

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte verfolgt langfristig das Ziel, ein Verbot der Tierdressuren und Tierhaltungen in Zirkussen zu erwirken. Wildtiere gehören in ihren natürlichen Lebensraum. Nur dort können sie so leben, wie es ihrer Art entspricht. Es gibt aus ethischer Sicht keine Rechtfertigung, sie zu Zwecken des Gelderwerbs gefangen zu halten, zu dressieren und zum Freizeitvergnügen der Menschen in der Manege vorzuführen.

Zum Thema "Wildtierhaltung und Tierschutz - Ein Paradoxon" hat die Organisation "PRO WILDLIFE" eine Abhandlung geschrieben. Diese gibt es hier als pdf-Datei zum herunterladen.

Den Artikel „Applaus ist das Brot des Künstlers – und der bittere Tod aller Hoffnungen für die Zirkustiere“ von Frank Albrecht, der im aktuellen Tierrechtsmagazin "TIERBEFREIUNG" erschienen ist, gibt es hier ebenfalls als pdf-Datei zum herunterladen.

Nachdem der Tierschutz seit August 2002 Verfassungsrang genießt, müssen die Interessen der Tiere bei Gericht ebenso Berücksichtigung finden, wie der Rechtsanspruch des Dompteurs oder Tierlehrers auf Ausübung seines Berufes.

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Zirkus - Der falsche Zauber

Dressierte Tiere im Zirkus gelten noch immer als "Attraktion". Die kurzen Auftritte in der Manege, von Musik und Applaus umrauscht, vermitteln dem Publikum, besonders den Kindern, die Illusion, dass es diesen Tieren gut geht. In Wahrheit sind Zirkustiere zu einem erbärmlichen Leben verurteilt. Viele Menschen haben längst erkannt, dass Tiernummern im Zirkus nicht mehr dem heutigen Verständnis von Tieren entsprechen. In manchen Ländern (etwa in den skandinavischen) sind fast alle Wildtiere im Zirkus schon lange verboten. In Österreich haben die Bundesländer eine entsprechende Vereinbarung beschlossen. Viele Städte und Gemeinden (z.B. in Kanada, Italien, USA) verweigern solchen Unternehmen den Auftritt auf öffentlichem Grund. Verhaltensforscher und Zoologen bemühen sich aus Fachkenntnis zunehmend darum, die üble Tradition der Zurschaustellung "wilder" Tiere zu Unterhaltungszwecken abzuschaffen.

In Deutschland gibt es über 250 (!) reisende Zirkusunternehmen, wobei noch Gastspiele ausländischer Unternehmen hinzukommen. Ein Gesetz, das die Haltung und Dressur von Zirkustieren regelt, gibt es nicht - in einem Land, in dem sonst bekanntermaßen alles und jedes geregelt wird. Das grobmaschige Tierschutzgesetz beschäftigt sich nicht speziell mit Exoten. Die Anregungen in den so genannten "Leitlinien" für Zirkusbetriebe, die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstmals 1990 aufgestellt und zehn Jahre später ein wenig überarbeitet wurden, enthalten nur minimale Anforderungen, die obendrein von Ausnahmen durchlöchert sind und denen überhaupt keine rechtliche Verbindlichkeit zukommt. Ähnliche Leitlinien ohne Gesetzeskraft gibt es für Reptilien, Pferde und Säugetiere allgemein.

Veterinärbehörden schauen - wenn überhaupt - nur oberflächlich nach, ob allzu krasse Abweichungen vom "Üblichen" vorliegen, etwa ansteckende Krankheiten oder auffälliger Schmutz. Sie verfügen in der Regel auch nicht über Experten für Wildtiere. Gewöhnlich sind sie froh, wenn der Zirkus nach einigen Tagen aus ihrem Zuständigkeitsbereich mit unbekanntem Ziel verschwindet. Staatsanwälte stellen Anzeigen meist wegen Geringfügigkeit ein. Die Beschlagnahme selbst extrem schlecht gehaltener Tiere scheitert meist schon daran, dass es keine geeigneten Auffangstationen gibt. Allenfalls müssen die Zirkusleute mit ein paar Auflagen rechnen, nach denen am nächsten Spielort niemand mehr fragt.Seite 2: Warum lieben wir den Zirkus?

Der "Zauber der Manege" hat eine starke Wirkung. Für die meisten Menschen verbinden sich damit ungetrübt schöne Kindheitserinnerungen - bunte Pracht, glitzernde Kostüme, aufregende Darbietungen von Artisten, Seiltänzern, Jongleuren, mitreißende Musik, tollpatschige Clowns - und die fabelhaften Tiere, die so erstaunliche Kunststücke vorführen, bilden eine Einheit. Ein Besuch im Zirkus ist immer etwas Besonderes, ein festliches Ereignis für die Familie, das aus dem Alltag herausfällt, oft eine Belohnung für Kinder.
Solche Eindrücke setzen sich im Gefühl fest. Aus den Kindern werden Eltern, die das verklärte Erlebnis nostalgisch als ein Stück unbeschwerter "heiler Welt" in sich tragen und ihren eigenen Kindern weitergeben möchten. Damit arbeiten sie, ohne es zu wollen, einer Einrichtung zu, die es verstanden hat, Tierquälerei als fröhliches Geschehen zu tarnen. Kritiker gelten als Spielverderber. Auch Prominente und Politiker schmücken sich hier gern mit ihrer "kindlichen Naivität", damit man sie lieb hat.

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Wie leben Tiere im Zirkus?

Die Tradition und die positive Besetzung des Zirkuserlebnisses erlauben es, noch die auffälligsten Missstände zu übersehen. Wo etwa wäre der Grundsatz des Tierschutzgesetzes erfüllt, Tiere artgerecht zu halten und verhaltensgerecht unterzubringen? Wie kann etwa die - lebenslange (!) - Unterbringung eines Nilpferds in einem Wasserbecken, in dem es gerade mal Platz hat, diesem Grundsatz entsprechen? Kann es der Natur eines Panthers gemäss sein, sein Leben in einem Käfig zu verbringen, der nur zwei, drei Schritte Bewegung erlaubt?
Wer seine eigene Vernunft sprechen lässt, muss eigentlich sofort erkennen, dass es völlig unmöglich ist, Tiere im Zirkus artgerecht zu halten.
Alle Wildtiere sind evolutionär auf sehr viel Raum angewiesen, meist auf viele Quadratkilometer. Sie müssen laufen, springen oder klettern, schwimmen oder fliegen. Diese Bedürfnisse werden lebenslänglich nicht erfüllt. Man muss kein Zoologe sein, um zu begreifen, dass allein diese permanente Entbehrung eine permanente Qual darstellt.
Die verschiedenen Tierarten haben darüber hinaus viele weitere angeborene Anlagen. Elefanten etwa leben natürlicherweise in Familienverbänden mit ausgeprägten Bindungen zwischen Eltern, Kindern und Verwandten, in einer sinnvollen Ordnung. Löwenmütter hat wohl schon jeder Fernsehzuschauer beim zärtlichen Umgang mit ihren Kindern beobachtet. Giraffen und Zebras sieht man in großen Herden über die Steppe ziehen. Flusspferde drängen sich dicht an dicht in Gewässern. Andere, wie etwa Stachelschweine, sind Nachttiere, denen das Tageslicht weh tut, Bären brauchen Höhlen, Badestellen, Winterschlaf.
Von Affen weiß jeder Mensch, wie bewegungsfreudig und unternehmungslustig sie sind und was für interessante, komplizierte Beziehungen sie untereinander pflegen. Was Affen wie der im Zirkus besonders beliebte Schimpanse, dessen genetische Anlagen zu 98,4 Prozent mit denen des Menschen identisch sind, in lebenslanger Gefangenschaft erdulden müssen, kann man sich auch mit wenig Phantasie vorstellen. Schließlich ist dies die höchste Strafe, die unsere Gesellschaft für schwere Verbrechen vorsieht. Welche Verbrechen hat der Schimpanse begangen?
Zahllose Verhaltensmuster, die den "wilden Tieren" von der Natur mitgegeben sind und die für sie eine innere Notwendigkeit darstellen, können auch im besten Zirkus niemals ausgelebt werden. Dafür fehlt schon ganz einfach der Raum und die artgemäße Umgebung. Angeborenes soziales Verhalten kann nie ausgelebt werden, da die Tiere nur Schauzwecken dienen und daher meist einzeln leben müssen, ohne die vielfältigen Kontakte zu Artgenossen.

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Transport, Klima, Ernährung - die schleichende Folter

Jeder Zirkus reist. Ein paar Monate im völlig reizarmen Winterquartier - im Frühjahr, Sommer, Herbst wird dann umhergezogen. Der Aufenthalt an den Spielorten dauert meist nur ein paar Tage. Die mitgeführten Tiere "reisen" nicht - sie werden transportiert. Das bedeutet, dass sie über lange Strecken in kleinstmöglichen Käfigen eingepfercht sind und nur minimal versorgt werden können. Wie können solche Transporte "artgerecht" sein?

Alle "exotischen" Zirkustiere verbringen ihr Leben in einem ihnen nicht gemäßen Klima. Sie stammen aus den Tropen, aus dem Dschungel oder, wie etwa der riesige Kodiakbär, aus der Arktis. Selbst die Minimalempfehlungen der "Leitlinien" können in der Praxis kaum erfüllt werden. Für kälteempfindliche Tiere wie Elefanten, Nashörner, Flusspferde ist eine Heizung vorgesehen, was besonders bei kleineren Zirkusbetrieben schon am Geld scheitert. Höchst unwahrscheinlich, dass "die arttypischen Anforderungen der Tiere an Temperatur und Frischluftzufuhr" an all den verschiedenen Spielstätten und bei den Transporten berücksichtigt werden. Zum artgemäßen Klima gehört auch etwa die Feuchtigkeit oder Trockenheit der Luft, Wind und Sonne, Jahreszeitenwechsel, tropischer Regen oder Eiseskälte, je nach den Witterungsverhältnissen der Gegenden, an die die Tiere seit Jahrmillionen evolutionär angepasst sind.

Die Ernährung dürfte bei den größeren Zirkusunternehmen einigermaßen ausreichend sein, bei kleineren ist sogar das nicht immer der Fall. Viele müssen in den Fußgängerzonen der Städte um das Nötigste betteln, besonders im Winter. Auch ist es nicht damit getan, dass die Tiere satt werden. Die Vielfalt von Nähr- und Ergänzungsstoffen, die in der Natur instinktsicher aufgenommen werden, kann ihnen nicht zugeführt werden. Von wissenschaftlich halbwegs abgesicherten Kenntnissen des Ernährungsbedarfs kann bei dem Personal der Zirkusbetriebe nicht die Rede sein. Außerdem dient die Nahrungsaufnahme in der Freiheit nicht nur der Stillung des Hungers. Wildtiere sind darauf eingerichtet, ihre Nahrung zu suchen, auszuwählen oder zu erbeuten. Mit diesen Vorgängen, die unter natürlichen Umständen einen großen Teil ihres Lebensinhalts darstellen, gehen biologisch-chemische und psychologische Prozesse Hand in Hand. Nur hingeworfenes Essen aufnehmen macht die Tiere stumpfsinnig.

An sachgemäße ärztliche Betreuung und Behandlung im Krankheitsfall ist nicht zu denken, da Fachveterinäre für exotische Tiere (noch dazu für die unterschiedlichsten Arten) sehr selten sind und von den meist ländlichen Spielorten aus kaum erreicht werden können. Viele Tiere werden krank und sterben, von der Öffentlichkeit unbemerkt, an der Unzulänglichkeit der Ernährung, den klimatischen Bedingungen, den Belastungen der Transporte und der ständigen Ortswechsel. Von Stress, Angst, Orientierungsverlust, Krankheiten, Einsamkeit gequält, vegetieren die aus fremden Zonen verschleppten "Künstler" vor sich hin.

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Dressur - die Abrichtung zum Automaten

In den letzten Jahren bemühen sich die Zirkusbetreiber darum, den Besuchern einzureden, dass ihre Tiere ohne Gewalteinwirkung die von ihnen verlangten Kunststücke erlernen und vorführen. Die allergrausamsten Methoden, wie sie Jahrhunderte lang gang und gäbe waren, etwa Bären auf glühenden Platten das "Tanzen" beizubringen, systematisches Prügeln oder Stechen mit spitzen Eisenstangen mögen in den besseren Zirkusbetrieben nicht mehr der Alltag sein. Doch gehören sie noch keineswegs überall der Vergangenheit an. Das "Training" ist in der Regel nicht öffentlich, niemand kontrolliert die Mittel und Wege, mit denen Gehorsam erzwungen wird.

Aber auch die sogenannte "sanfte Dressur", derer sich besonders die namhaften Unternehmen der Branche rühmen, ist niemals tiergerecht. Kein freundliches Zureden allein bringt einen Elefanten dazu, sich mit seinem ganzen Gewicht einbeinig auf einem Schemel zu erheben oder überzeugt einen Löwen, seine natürliche Angst vor Feuer zu überwinden und durch einen Feuerreifen zu springen. Die Dressurmethoden mögen zum Teil etwas subtiler geworden sein, aber in jedem Fall bleibt das Prinzip "Strafe und Belohnung" erhalten. Strafe ist mindestens Futterentzug, also Hungernlassen, oft genug die Zufügung von Schmerzen. Angeblich fordere man Zirkustieren nur Leistungen ab, die im Bereich ihrer natürlichen Anlagen liegen. Richtig ist daran nur, dass man Nilpferde nicht zum Fliegen oder Giraffen nicht zum Seilhüpfen abrichten kann. Aber Bären, die Schlittschuh oder Rollschuh fahren, sind nach wie vor eine beliebte Unterhaltung - ist das im Rahmen "natürlicher Anlagen"? Liegt es in der Natur von Elefanten, auf Melkschemeln zu balancieren? Zumindest werden potentielle Verhaltensweisen ausgebeutet, zu denen die Tiere sonst nur in Extremsituationen fähig sind, so etwa wenn sie die Angst vor Feuer oder Lärm überwinden müssen, um einer noch größeren akuten Gefahr auszuweichen. Angst vor dem Peitschenknall und der dadurch signalisierten bevorstehenden Strafe muss einen solchen Auslöser für den Einsatz extremen Verhaltens ersetzen.


Dressur ist in jedem Fall Gewaltausübung. Immer muss der Wille des Tieres gebrochen und in die Richtung gezwungen werden, die derjenige vorgibt, der die Macht ausübt. Im Rahmen der permanenten Gefangenschaft hat das Tier gar keine andere Wahl, als sich dem Willen seiner Beherrscher zu fügen. Sein Gehorsam ist Resignation. Was geschieht wohl mit den Tieren, denen es nicht gelingt, ihren natürlichen Willen aufzugeben - und dadurch ihre Futterkosten und den Erfolg ihrer Dompteure einzuspielen?
In jedem Fall wird das dressierte Tier seiner Würde beraubt. Es wird zum Automaten degradiert, zu einem Roboter ohne eigenen Willen.

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Psychische Leiden - das übersehene Innenleben

Im Zirkus sieht das Publikum nur eine äußere Hülle wirklicher Tiere. Zirkusbesucher halten sich in der Regel für tierlieb und bewundern die Schönheit und Geschicklichkeit ihrer Lieblinge. Es ist schon zufriedenstellend, wenn sie äußerlich unverletzt und gut genährt wirken. "Wie's da drinnen aussieht," scheint niemanden zu bekümmern. Das ist eine Folge der antiquierten, aber immer noch im Unterbewusstsein verankerten, Vorstellung, dass Tiere kein Innenleben, keine Individualität, keine "Seele" haben.
Tierpsychologie und Verhaltensforschung fördern nahezu täglich Beweise dafür zutage, dass diese Auffassung völlig an der Realität vorbeigeht - und jeder Haustierhalter weiß aus Erfahrung, dass sein Tier Gefühle hat. Warum sollte für Wildtiere nicht gelten, was für Hund und Katze gilt? Im Gegenteil, Haustiere, die bei ihren Familien leben, können kurzfristige Einschränkungen ihres inneren Wohlgefühls leichter ertragen, wenn sie in ihre sonst zufriedenstellende Situation eingebettet sind. Wildtiere hingegen müssen nahezu alles entbehren, wonach es sie innerlich verlangt.

Gewiss entwickeln einzelne Tiere zu manchen Betreuern auch Zutraulichkeit. Doch den allergrößten Teil ihrer psychischen Bedürfnisse kann ihnen auch freundliche Behandlung nicht ersetzen. Bewegung etwa ist nicht nur ein äußerer Vorgang, sie ist so sehr Teil der Freiheit, dass die Einschränkung der Bewegungsfreiheit ständigen Stress verursacht. Das gilt auch für die immer wieder geforderte Unterwerfung beim Einüben der Dressurakte. Wut und Hass können sich aufstauen. Wie immer wieder zu lesen ist, entlädt sich solcher Stau nicht selten, indem Tiere ihre Zuchtmeister oder andere Personen angreifen, verletzen oder töten. Dafür erhalten sie dann in der Regel die Todesstrafe.

Eine der schwersten Belastungen ist die furchtbare Langeweile, die in der - ausnahmslos immer zu engen - "Behausung" das tägliche, jahrelange Los der auf Anregung und Beschäftigung angewiesenen Tiere ist. Die Zirkusbetreiber bringen oft vor, dass ihre Tiere weniger der Langeweile ausgesetzt seien als Zootiere. Gewiss stellt der Auftritt, stellen auch die Proben ein bisschen Abwechslung in dem trostlosen Einerlei dar. Aber der Auftritt dauert wenige Minuten, das Training bedeutet Stress. Auslaufmöglichkeiten sind, wenn überhaupt vorhanden, auf winzigen und uninteressanten Raum beschränkt, ein paar Quadratmeter eingezäunter sandiger Fläche.

Trauer, Einsamkeit, Kummer um den einen oder anderen Gefährten, der ihnen manchmal zufällt und dann wieder abhanden kommt, Widerwille gegen aufgezwungene Nachbarn - die Skala der inneren Leiden dieser Arbeitssklaven kann jeder, der Einfühlungsvermögen und einige Kenntnis von den Anlagen der Tiere hat, selbst verlängern. Die Abwehrbehauptung, dies sei eine "vermenschlichte Sicht", greift längst nicht mehr, da die moderneren Forschungen, die sich nicht mehr von oben herab dem Tier nähern, die - biologisch bedingten - elementaren Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier auch im psychischen Bereich nachweisen, wenn auch natürlich in den jeweiligen, artspezifischen Abwandlungen. Eine "Vermenschlichung" hingegen liegt in der törichten Annahme, Affen oder Bären hätten Spaß daran, sich in albernen Verkleidungen mit albernen Kunststückchen zu präsentieren.

Tiere sind keine Automaten, die mittels Nahrungszufuhr "funktionieren". Sie haben ein hoch differenziertes Innenleben. Die dauerhafte Belastung, alle angeborenen Bedürfnisse zu unterdrücken und sich ohnmächtig einer von außen bestimmten, artfremden Lebensweise anpassen zu müssen, kommt einer psychischen Folter gleich. Das gilt auch für die quälende Langeweile der Beschäftigungslosigkeit, zu der sie für den weitaus größten Teil ihres Tageslaufs zeitlebens verurteilt sind.Seite 6: Die pädagogische Gefahr - das Zerrbild von »wilden Tier«Schon sehr kleinen Kindern wird durch den Zirkus ein falsches Bild von dem Wesen der Tiere vermittelt. Die Illusion ist perfekt, da die erzwungenen Leistungen auch noch Bewunderung erzeugen. Das betäubt die Frage danach, wie die tierlichen Artisten wirklich sind und wie ihnen zumute sein mag. Niemand scheint sich zu fragen, wo und wie sie ihr Leben außerhalb der Manege verbringen. Und selbst wenn die engen Käfige hinter den Kulissen sichtbar werden, realisiert kaum jemand, dass sie der lebenslängliche "Wohnraum" von Arbeitssklaven sind. Dass Käfige, Gitter, Peitschen und "wilde" Tiere zusammengehören, prägt sich als Selbstverständlichkeit ein.

Der Zirkus feiert die Herrschaft des Menschen über die Tierwelt. Er führt auf spielerische Weise vor, dass uns das "Recht" zustehe, über alle Geschöpfe dieser Erde nach Belieben zu verfügen. Wenn wir uns von Kindheit an daran gewöhnen, es für "normal" zu halten, dass Wildtiere nach unserer Peitsche zu tanzen haben, erlernen wir nicht den Respekt vor der Würde und dem Eigenleben anderer Wesen.

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Zirkusland Deutschland

Deutschland gilt mittlerweile als das Land mit den meisten Zirkussen in Europa.

Bei einem Blick auf Deutschland und in andere EU-Staaten ist folgendes fest zu stellen:
Dänemark, Finnland, Österreich und Schweden haben schon vor Jahren Haltungsverbote für bestimmte Tierarten beschlossen (z. B. Affen, Elefanten, Großkatzen Robben, Nashörner, Wölfe). Doch in Deutschland dürfen Zirkusse noch immer alle Tierarten mitführen. Es wird lediglich empfohlen, einige Arten nicht in Zirkussen zu halten (u.a. Menschenaffen, Nashörner, Pinguine)

Die Fakten liegen auf der Hand:


1. Dem Bundesverband Menschen für Tierrechte ist kein Zirkus bekannt, der die mitgeführten Tiere ohne jede tier- oder artenschutzrechtliche Beanstandungen hält.

2. Nur wenige Amtstierärzte kontrollieren die Zirkusse umfassend, erteilen Auflagen und verfolgen ihre Umsetzung.

3. Zirkusse erhalten häufig von Amtstierärzten eine Genehmigung zur Haltung der Tiere und zum Betreiben des Zirkusses, obwohl sie tier- und artenschutzrechtliche Bestimmungen nicht einhalten.

4. Nur ausnahmsweise werden Tiere durch die Behörden beschlagnahmt. Eine solche Verfügung erfolgt in der Regel aufgrund eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz und eher selten wegen Missachtung tierschutzrechtlicher Vorschriften. Dabei bestätigen Studien, dass aus verhaltenskundlicher Sicht zumindest die Haltung der häufig mitgeführten Wildtiere wie Affen, Bären, Elefanten und Großkatzen, in Zirkussen nicht möglich ist.

5. Die Wegnahme der Tiere gelingt nur in Ausnahmefällen. Sie scheitert bereits daran, dass die Behörden nicht wissen, wo sie das Tier unterbringen sollen. In der Regel ermitteln Tierrechts- und Tierschutzorganisationen solche Auffangplätze und übernehmen die nicht unerheblichen Kosten für Unterbringung und Versorgung. In anderen Fällen entzieht sich der Zirkus dem Zugriff der Behörden etwa durch Abreise mit unbekanntem Ziel oder durch Verschwindenlassen des Tieres. Auch tätliche Angriffe auf Behördenvertreter sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt sind nicht ungewöhnlich, um den Vollzug der Rechtsvorschriften erfolgreich zu vereiteln.
Bitte setzen Sie sich gemeinsam mit dem Bundesverband Menschen für Tierrechte dafür ein, dass Bundesministerin Künast schnellstmöglich die Erarbeitung eines Verordnungsentwurfes auf den Weg bringt.

Wie die Praxis zeigt, ist es den Behörden nicht möglich, die Umsetzung bestehender Haltungsvorgaben sicherzustellen. Die Leidtragenden sind immer die Tiere; lassen Sie uns bitte gemeinsam dafür sorgen, dass die Leidenstragödien der Tiere endgültig der Vergangenheit angehören.

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Zur politischen Entwicklung

Der vom Bundesland Hessen in den Bundesrat eingebrachte Antrag auf ein Haltungsverbot für Affen, Bären und Elefanten in Zirkussen wurde Ende September 2003 im Agrarausschuss des Bundesrates behandelt. Hier stellte Bayern den Antrag auf ein grundsätzliches Haltungsverbot von Wildtieren - insbesondere Affen, Bären und Elefanten - in Zirkussen und forderte, wie auch Hessen, die Einführung eines Zirkuszentralregisters. Auch Schleswig-Holstein brachte einen Antrag auf Listung der Tiere, die problemlos in Zirkussen zu halten sind, ein. Letztlich empfahl der Agrarausschuss dem Bundesrat den Vorschlag Bayerns. Am 17. Oktober 2003 hat der Bundesrat abgestimmt und sich mehrheitlich für die Empfehlungen des Agrarausschusses ausgesprochen. Nun ist es Aufgabe des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, einen Verordnungsentwurf zu erarbeiten.
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Datenbank Zirkus - Ihre Mithilfe ist gefragt!

Wie viele Zirkusunternehmen mit wie vielen und welchen Tieren in Deutschland unterwegs sind, wird derzeit nirgendwo registriert. Daher ist der Bundesverband an der Einrichtung einer europaweiten Datenbank beteiligt, wo solche Informationen erfasst werden sollen. Die gesammelten Angaben sind sowohl für die Vorbereitung konkreter Aktionen vor Ort und die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit hilfreich als auch, um Missständen bei der Tierhaltung abzuhelfen.
Um Informationen und Daten über die Zirkusse zu bekommen, brauchen wir Ihre Mithilfe. Wenn ein Zirkus in Ihren Wohnort kommt, füllen Sie bitte den Meldebogen aus, den Sie hier herunterladen können, und schicken oder faxen Sie ihn an uns (alle notwendigen Angaben dazu finden Sie auf dem Meldebogen).
Um die nötigen Informationen zu erhalten, reicht es aus, die Tierschau - welche die meisten Zirkusse anbieten - zu besuchen.
Bitte unterstützen Sie uns dabei, diese Datenbank auf dem aktuellsten Stand zu halten.
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DEUTSCHLAND – In keinem anderen Land gibt es so viele Zirkusse!

ca. 300 - 450 Zirkusse,
davon ca. 35% „Bettelzirkusse“,
ca. 5.000 Tiere in Zirkussen,
ca. 3.000 km Strecke im Jahr,
ca. 80% der Zirkusmitarbeiter empfangen Sozialhilfe

Genaue Zahlen sind nicht möglich, da es (noch) keine zentrale Meldung und Registrierung von Zirkusbetrieben in Deutschland gibt...

Folgende Tierarten werden in Zirkussen missbraucht und um ihr Leben in Freiheit gebracht:

Menschenaffen: Schimpansen, Orang-Utan
andere Affen: Rhesusaffen, Paviane, Berberaffen, Schweinsaffen, Meerkatzen, Rotgesichtsmakak
Elefanten: Afrikanische und Asiatische Elefanten
Bären: Braunbären, Eis-, Zimt-, Kragenbären und Grizzlys
Tiger: Bengalische und Sibirische Tiger
Löwen: Afrikanische und Indische Löwen
andere Raubkatzen: Luchse, Pumas, Jaguare, Leoparden
Huftierarten: Giraffen, Nashörner, Flusspferde, Zwergflusspferde, Zebras, Kamele, Dromedare, Rothirsche, Tapire, Antilopen
Robben: Kalifornische und Patagonische Seelöwen
Kängurus: Bennett-Kängurus und graue Riesenkängurus
andere Säugetiere: Waschbären, Stachelschweine, Nasenbären, Stinktiere, Wüstenfüchse
Reptilien: Krokodile, Riesenschlangen, Wasser- und Landschildkröten
Vögel: Strauße, Emus, Nandus, Mönchsgeier, Kolkraben, Enten Gänse, Hühner

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Finanzielle Situation und die damit verbundene Tierhaltung
Transport und Dressur
Psychische und physische Erkrankungen

Abgesehen von einigen großen und berühmten Zirkussen, für die dies nur eingeschränkt zutrifft, leiden die meisten Zirkusse an ständigem Geldmangel, was dazu führt, dass die von ihnen gehaltenen Tiere oft unter einer nicht angemessenen Behandlung und Pflege zu leiden haben.
Die Tiere, die zumeist recht groß und/oder von Natur aus sehr aktiv sind, müssen den überwiegenden Teil ihres Lebens in ihren winzigen Transportkäfigen verbringen; diese dürfen sie meist nur für die kurze Zeit ihrer Darbietungen in der Manege verlassen. Richtlinien verlangen lediglich, dass die Tiere genügend Platz in ihren Käfigen haben, um stehen und sich umdrehen zu können. Aber selbst diese Mindestanforderungen werden oft nicht einmal erfüllt.
Ein Tierrechtler, der 1981 verdeckt in einem Wanderzirkus ermittelte, konnte nur staunen, denn der Zirkus war zeitweise nicht einmal in der Lage, den Tieren ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Folglich wird das Trinkwasser rationiert, das Reinigen der Tiere und ihrer Käfige teilweise ganz unterlassen. Dies bedeutet für Tiere wie z.B. Elefanten, die in der freien Natur ein regelmäßiges Baden gewohnt sind, eine echte Härte. Die Nahrung wird häufig gleichermaßen rationiert.

Auch was die klimatischen Verhältnisse angeht, entspricht das Zirkusklima in keiner Weise der natürlichen Umgebung der Tiere. So können beispielsweise gerade die Sommermonate extrem schwer zu ertragen sein für Tiere wie Bären, während andere Tiere wie z.B. Löwen wiederum entsetzlich unter Kälte leiden.
Während des Winters, also außerhalb der Saison, werden die Zirkustiere meist in Transportverschlägen oder in Viehställen gehalten; manche Tiere hält man sogar in LKWs. Solch ununterbrochenes Eingepferchtsein kann sehr schwerwiegende und schädliche Auswirkungen auf den physischen und psychischen Zustand der Tiere haben. Nur wenige Zirkusse verfügen über die finanziellen Mittel oder sind bereit, Geld in angemessene Winterquartiere für die Tiere zu stecken, da diese alljährlich nur wenige Monate lang benötigt werden.
Hierbei ist zu beachten, daß die "Zirkusleitlinien" u.a. auch ein festes Winterquartier für die mit geführten Tiere vorschreiben.

"Unternehmen", die dies nicht vorweisen können, sind nicht berechtigt, Tiere zu halten.
Körperliche Bestrafung war lange Zeit die gängige "Trainingsmethode" für Zirkustiere, auch wenn moderne Trainer häufiger dazu übergehen, eher mentale Kontrolle über das Tier auszuüben und ihm auf diese Weise "Kunststückchen" beizubringen.
Manche Tierarten sind allerdings weniger imstande, sich Trainingsmethoden anzupassen, als andere und leiden daher ganz erheblich unter Stress während der Ausbildungsphase. Anderen Tieren wiederum werden Medikamente verabreicht, damit man sie überhaupt handhaben kann, oder man entfernt ihnen die Zähne. Die Darbietungen, die die Tiere zwangsweise bringen müssen - z.B. Bären, die auf Bällen balancieren, Affen, die Motorräder fahren, Elefanten, die auf nur zwei Beinen stehen müssen - sind körperlich sehr unbequem und außerdem für die Tiere völlig unnatürlich.
Die Peitschen, engen Halsbänder, Maulkörbe, Elektroschock-Knüppel und sonstigen Werkzeuge, die bei den Vorführungen in der Manege verwendet werden, beweisen immer wieder, dass die Tiere nur unfreiwillig und unter Zwang agieren.

Diese oberflächlichen "Darbietungen" entwürdigen die Tiere und lehren die Zuschauer aber auch gar nichts darüber, wie sich Tiere unter natürlichen Umständen verhalten.
Ist die "Nutzdauer" eines Tieres für Vorführungszwecke einmal abgelaufen, werden sie entweder in ihre Winterquartiere (also oft Käfige) verbannt oder an andere Zirkusse oder Zoos verkauft; in manchen Ländern werden sie sogar an Jagdfarmen (um dort zur "Freizeitentspannung" erschossen oder als exotische Mahlzeit verspeist zu werden) oder gar an Versuchslabore veräußert. Oft gestaltet sich ihr Lebensabend genauso wenig friedlich oder komfortabel wie ihr übriges Leben: eingepfercht, unter Zwang und in Elend.

Die Verwendung von Tieren in der Unterhaltungsbranche wurde bereits in mehreren Ländern stark eingeschränkt oder gar verboten, so z.B. in Dänemark und Schweden. In England verweigert man Zirkussen, die Darbietungen mit Tieren bringen wollen, oft öffentliche Plätze. Die Beendigung der Tierausbeutung würde lediglich bedeuten, dass mehr menschliche Darbietungen für die Unterhaltung der Menschen gebracht würden, und das würde dazu beitragen, endlich die völlig überholte und absolut falsche Vorstellung abzulegen, dass die Tiere nur unsere Spielzeuge sind.
Indem wir uns weigern, Zirkusse zu besuchen, d.h. finanziell zu unterstützen, können wir denjenigen, die Tiere ausbeuten, klarmachen, daß Grausamkeit nichts mit Unterhaltung zu tun hat.

Zusammenfassen spricht gegen die Wildtierhaltung im Zirkus u.a.:

• zu kleine oder überbelegte Käfige oder Wagen
• Futtermangel (qualitativ und/oder quantitativ)
• keine artgerechte Ausstattung der Käfige oder Wagen, da dies gar nicht möglich ist
• Bewegungs- und Beschäftigungsmangel
• fehlende Heizung für nicht-winterfeste Arten
• Anbindehaltung, fehlende Auslaufmöglichkeiten
• Erkrankungen oder schlechter Pflegezustand der Tiere
• Gewaltanwendung im Umgang mit den Tieren
• physisch schädliche Dressurziele
• kein oder ungeeignetes Winterquartier
• Einzelhaltung sozialer Arten
• psychische Störungen wie z.B. das sogenannte „Weben“ oder „8en Laufen“

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Arbeitsplätze
Auffangstationen


Soweit die Beschäftigten eines Zirkus wegen eines nachweislich zu geringen Einkommens den notwendigen Lebensunterhalt nicht oder nicht voll bestreiten können, gewähren die örtlichen Sozialämter, d.h. die Ämter in den Städten, in denen der Zirkus gastiert, Sozialhilfe gemäß den entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen.
Genaue Daten darüber, wie viele Artisten Sozialhilfe in Anspruch nehmen, sind nicht vorhanden, da die Sozialhilfestatistik Artisten nicht als eigene Personengruppe ausweist.

Was die soziale Sicherheit und Sozialleistungen betrifft, so werden Zirkusmitarbeiter und -künstler in den meisten EU-Mitgliedstaaten von den nationalen Sozialversicherungssystemen erfasst.Anstatt die Betreiber solcher Zirkusunternehmen weiterhin finanziell zu unterstützen, erscheint es mir weitaus sinnvoller, diese Gelder in Auffangstationen für die misshandelten Tiere zu investieren.
Einige davon existieren bereits, in den meisten Fällen finanziell unterstützt von Tierschutzorganisationen wie „4 Pfoten“ oder „PETA“ anstatt von den Städten und Gemeinden. Hier sollte noch einmal gründlich darüber nachgedacht werden, wem man helfen möchte: den Tierquälern oder den gequälten, funktionalisierten Tieren?

Wie erklären wir es unseren Kindern?

Oft genug höre ich das halbherzige Argument, Zirkus sei doch Tradition und schaffe vor allem für Kinder die Möglichkeit, einmal Wildtiere zu sehen. Aber Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei!
Kindern diese unnatürlichen und erniedrigenden Handlungen der Wildtiere zu zeigen ist pädagogisch nicht sinnvoll, da ein völlig falsches Bild über die Tiere und deren Bedürfnisse vermittelt wird.
Kindern prägt sich ein Bild von extrem vermenschlichten Tieren ein: Affen in Menschenkleidung, Bären auf dem Fahrrad etc.

Die erzwungenen Dressurleistungen der Tiere, begleitet von Peitschenhieben und Drohgebärden des Dompteurs, werden durch Beifall und Bewunderung bestätigt - wenn wir von Kindheit an daran gewöhnt werden, dass Wildtiere nach unserer "Peitsche" zu tanzen haben, lernen wir wohl kaum die Würde und Eigenarten anderer Lebewesen zu respektieren.

Kindern fehlt das Wissen über die quälerischen Haltungsbedingungen von Wildtieren im Zirkus.
Aber fast alle Kinder lieben Tiere auf eine ehrliche, natürliche Weise, und wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, kritisch zwischen Illusion und wahrem Zirkusalltag zu unterscheiden, werden sie mit Sicherheit von sich aus einen Zirkus ohne Wildtierattraktionen bevorzugen. Kinder wollen und brauchen die phantastische Welt der Clowns, Zauberer und Artisten. Der moderne Zirkus bietet all das ohne Tierleid!

In unserer modernen Zeit gibt es unzählige Möglichkeiten (Bücher, Dokumentationen im Fernsehen, das Internet) – nicht nur für Kinder – Tiere in ihrem natürlichen(!) Lebensraum zu beobachten. So entsteht für die Kinder ein viel realeres Bild der vielen Tierarten und deren Bedürfnissen und Gewohnheiten.

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Fazit

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus. Es gibt keine Möglichkeit, sie dort artgerecht zu halten. Sie müssen ihr Leben in kleinen Käfigen verbringen, haben kaum Bewegung, keinen natürlichen Kontakt mit Artgenossen, keine fachgemäße Betreuung. Sie sind einem fremden Klima und dem Stress häufiger Transporte ausgesetzt. Zirkustiere sind Zwangsarbeiter. Die kurzen Auftritte, die nur durch harten Drill möglich gemacht werden, täuschen das Publikum über ihr unglückliches Dasein hinter dem Manegenglanz hinweg. Kindern wird ein falsches Bild von dem wirklichen Wesen ihrer "Lieblinge" vermittelt, eine Karikatur. Der moderne Zirkus - und davon gibt es immer mehr - kommt ohne die Versklavung "wilder Tiere" aus und bietet mit den Leistungen freiwilliger menschlicher Artisten ein Vergnügen, das nicht mit Tierleid erkauft wird.

 

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